TELE-satelit Magazin testet Amiko 8820 CIXXE

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Die Verbreitung via Satellit (DVB-S/S2) bietet dem Zuseher tausende Sender aus allen Teilen der Welt während die lokale Ausstrahlung im UHF/VHF Band (in Europa z.B. terrestisch) den Empfang regionaler Sender ermöglicht, für die eine Verbreitung via Satellit unrentabel oder aufgrund einer eventuell notwendigen Verschlüsselung schlicht zu teuer und aufwändig wäre.

Was liegt also näher als dem Endverbraucher einen Receiver anzubieten, der sowohl Satelliten-Signale via DVB-S/S2 als auch terrestrische Signale empfangen kann und damit dem Endverbraucher so das Beste aus zwei Welten zu bieten?

Genau so einen Receiver entwickelten die Ingenieure von AMIKO. Das neueste Produkt aus dieser Serie ist der Combo-Receiver AMIKO STHD-8820 CICXE.

Schon beim Auspacken des Receivers fällt die elegant und ansprechend gestaltete Verpackung auf und auch nach dem Öffnen der Verpackung erwartete uns eine positive Überraschung nach der anderen: Zuerst entdeckten wir ein hervorragend gemachtes, übersichtlich geschriebenes und leicht verständliches Handbuch in mehreren Sprachen, dazu noch eine Garantiekarte mit der Seriennummer des Receivers, damit der Kunde diesen ganz einfach online beim Hersteller registrieren kann sowie natürlich den sorgsam verpackten Receiver mitsamt einer formschönen Fernbedienung. Diese wurde aus einem sich sehr angenehm anfühlendem Material gefertigt, liegt perfekt in der Hand und glänzt vor allem durch eine tadellos ablesbare Beschriftung aller Tasten.

Apropos Tasten: Deren angenehmer Druckpunkt macht jede Eingabe zur wahren Freude, zudem finden sich alle Tasten genau an der Stelle, an der man sie erwarten würde. Gut gefallen hat uns auch ein kleines Detail am Rande: der Deckel zum Batteriefach ist mit einem Haltebändchen fixiert, so dass er während des Einlegens der Batterien nicht zu Boden fallen kann.

Der Receiver selbst misst 300 x 231 x 64 mm und bringt knapp 1.8 kg auf die Waage, bei einer Misswahl würde man wohl von absoluten Traummaßen sprechen. Als Herzstück fungiert eine 400 MHz CPU, der 1024 Mbits DDR SDRAM zur Verfügung stehen. An der Vorderansicht der elegant verspiegelten Front hat der Hersteller insgesamt 5 Tasten zur Steuerung der Box ohne Fernbedienung untergebracht (on/off, Kanalwechsel und Vol+/-).

Gut versteckt hinter einer Klappe befinden sich der integrierte Conax Kartenleser (deshalb auch das CX im Produktnamen) sowie direkt unterhalb ein CI-Slot zur Aufnahme aller gängigen Module. Somit ist der neue Combo-Receiver von AMIKO auch bestens für den Pay-TV Empfang gerüstet. Abgerundet wird das Ganze noch durch einen USB 2.0 Anschluss, so dass z.B. ein USB-Stick mit Fotos oder MP3 Dateien direkt an der Frontseite mit dem Receiver verbunden werden kann; das mühsame Suchen nach der USB-Buchse an der Rückseite entfällt dadurch.

Apropos Rückseite: Die wird vermutlich auf die Lippen der meisten Anwender ein kleines Lächeln zaubern, finden sich doch wirkliche alle Anschlüsse fein säuberlich aufgereiht, die man von einer modernen Set-Top-Box erwarten darf. Dazu zählen erstmal die beiden Tunereingänge für DVB-S/S2 und terrestisch und der entsprechenden Loop Ausgänge, dann ein HDMI Ausgang für die Verbindung mit dem TVGerät, eine USB 2.0 Buchse zum Anschluss externer Speichermedien zur Nutzung der PVR-Funktionen, eine RS232 Schnittstelle, insgesamt 3 RCA Buchen für Stereo-Audio und CVBS Video, ein optischer und koaxialer Audio-Digitalausgang, eine RJ45 Ethernet Buchse, ein mechanischer Netzschalter sowie zu guter Letzt heute schon ganz selten geworden: ein schaltbarer 0/12V Ausgang, der besonders das Herz der DXer höher schlagen lassen wird.

Insgesamt hat uns die Verarbeitungsqualität und Ausstattung des Receivers begeistert, AMIKO hat damit wirklich eine sehr solide Hardwarebasis geschaffen.

Nachdem wir den AMIKO STHD-8820 CICXE PVR sowohl mit einer Satellitenantenne, einer terrestische Antenne, unserem Router und einem TV-Gerät verbunden hatten, konnten wir es gar nicht erwarten, endlich den Netzschalter umzulegen und den neuen Receiver in Betrieb zu nehmen.

Nun wurde auch das wunderschöne und perfekt lesbare VFD-Display in der Mitter der Frontseite des Receivers sichtbar, das im linken Bereich stets die Uhrzeit einblendet während der rechte Bereich der Anzeige von Statusinformationen oder der Darstellung des aktuellen Kanalnamens dient. Etliche kleine Symbole, die z.B. die aktuelle Empfangsart (DVB-S/S2 bzw terrestisch) oder das Vorhandensein eines USB-Speichermediums signalisieren, können aufgrund ihrer geringen Größe leider nur direkt vor dem Receiver stehend erkannt werden, nützlich sind sie aber allemal.

AMIKO verzichtet auf einen Installationsassistenten, die erste Meldung auf dem Bildschirm ist daher „No Channel“. Der nächste Schritt ist der Aufruf des Hauptmenües. Es ist übersichtlich gestaltet mit einer klaren und logischen Struktur: während sich in der linken Spalte die Hauptmenüpunkte befinden, offenbart die rechte Spalte jeweils die dazugehörigen Untermenüeinträge. Unser erster Weg führte uns in den Bereich Preferences, in dem wir den AMIKO Receiver mit unserem TV-Gerät vertraut machten. Da die Set-TopBox neben 576i, 576p, 720p 50Hz, 720p 60Hz, 1080i 50Hz und 1080i 60Hz auch 1080p 50Hz bzw 1080p 60Hz anbietet, entschieden wir uns natürlich sofort für die Videosignalausgabe in FullHD 1080p. Schön, dass der Hersteller hier mitgedacht hat und den Kunden Hardware zur Verfügung stellt, die auch mit HD-Sendungen in 1080p umgehen kann. Dazu kommen in den Videoausgangseinstellungen noch diverse Optionen für die 4:3 Darstellung auf 16:9 Geräten (Letterbox bzw Pan&Scan), die heutzutage zur Grundausstattung eines jeden Receivers gehören.

Weiters findet sich in den Preferences Einstellungen noch die Sprachwahl für OSD, Audio, Untertitel, EPG und Teletext. Die vom Hersteller integrierte RTC (Real Time Clock) kann entweder manuell gestellt werden oder man lässt sie das Zeitsignal automatisch via terrestisch oder DVB-S/S2 Datenstrom empfangen. In diesem Fall muss lediglich die Zeitverschiebung des eigenen Standorts zu GMT angegeben werden. Das Umstellen zwischen Sommer- und Normalzeit ist möglich, leider muss der Anwender hierfür aber manuell eingreifen, eine automatische Anpassung hat der Hersteller nicht vorgesehen. Abgerundet wird der Reigen an Auswahlmöglichkeiten in diesem Bereich noch durch diverse Optionen zur Kanalliste bzw der Möglichkeit, Kontrast, Helligkeit und Sättigung der OSD Anzeige individuell festlegen zu können.

Was nützt der schönste Receiver, solange er noch keine TV- und Radioprogramme empfangen kann, also ab zu den Antenneneinstellungen und zum Kanalsuchlauf! Hier hat erst einmal der Punkt „Auto Install“ unsere Blicke auf sich gezogen und kurzerhand riefen wir ihn auf. Der Receiver vermeldete nun, die Konfiguration und DiSEqC Schaltung unserer Empfangsanlage ermitteln zu wollen, was auch problemlos funktionierte, und schloss mit einem vollständigen Kanalsuchlauf aller Satelliten ab. Wer lieber selbst Hand anlegt, der wechselt zu den Satelliteneinstellungen, denn hier boten sich uns wirklich alle nur erdenklichen Parameter, begonnen bei den DiSEqC Protokollen 1.0 für bis zu 4 LNBs, 1.1 für bis zu 16 LNBs, 1.2 und 1.3 zur Steuerung von drehbaren Antennen bis hin zu den verschiedensten vorprogrammierten LOF Werten (auch für SCR LNBs), die auch ganz individuell vom User manuell eingegeben werden können. Die Liste der vorprogrammierten Satelliten enthält 28 Einträge, die im Wesentlichen den in Europa am häufigsten verwendeten Positionen entsprechen. In Anbetracht des schaltbaren 0/12V Ausgangs hätten wir uns vom Hersteller etwas mehr und vor allem auch weniger häufig genutzte Positionen in der vorprogrammierten Liste erwartet.

Beim eigentlichen Suchlauf stehen die Optionen Single Scan, TP Scan, TP Edit, Auto DiSEqC sowie Auto Scan zur Verfügung. Single Scan und TP Scan entsprechen dem Suchlauf über einen Satelliten bzw Transponder und können vom Anwender auf alle oder nur frei empfangbare Sender sowie TV-, Radio- oder TV- und Radiosender beschränkt werden, ebenso wie die Netzwerksuche aktiviert oder deaktiviert werden kann. Der Eintrag TP Edit dient dem Bearbeiten der Transponderliste und ermöglicht das einfache Hinzufügen, Löschen oder Bearbeiten von Einträgen. Die Auto Scan Option entspricht einem Blindscan, wiederum ein Feature, das besonders für die DXer interessant ist. Zum Auffüllen der Kanalliste (die Speicherkapazität liegt bei 6000 Kanälen) benötigte der Receiver im Single Scan auf dem HOTBIRD 13° Ost 6 Minuten (1487 TV- und 407 Radioprogramme gefunden), während der Blindscan in 9 Minuten 1499 TV- und 408 Radioprogramme zu Tage förderte. Damit liegt die Scangeschwindigkeit im oberen Durchschnitt. Die Auto DiSEqC Funktion hilft dem Anwender, bei einer ihm unbekannten Konfiguration die richtigen DiSEqC Parameter rasch zu finden. Im Test hat diese Funktion bestens ihren Dienst versehen und auch Positionen wie z.B. den BADR auf 26° Ost auf Port 3 unserer DiSEqC Schaltung erkannt.

Als sehr innovativ für Abonnenten von Pay-TV-Angeboten empfanden wir die Fastscan Option, über die der Receiver nur die Transponder eines bestimmten Anbieters einliest. Das verhindert, dass die Kanalliste mit hunderten Einträgen zugemüllt wird von Anbietern, deren Angebote man nicht abonniert hat. Derzeit finden sich in der Fastscan-Liste lediglich Cyfra+, Cyfra+ HD, TNK und TNK HD, in Zukunft werden noch etliche weitere Pay-TV Anbieter folgen.

Sehr gut gefallen hat uns beim DVB-S/S2 Empfang die Möglichkeit, die korrekte Justierung der Antenne mittels eines praktischen OSD Menüs zu berechnen, in dem der Anwender seine geografische Position und den Standort des gewünschten Satelliten eingibt, woraufhin sofort die Ausrichtung der Antenne (Azimut und Elevation) errechnet wird.

Naturgemäß einfacher gestaltete sich der terrestische Suchlauf. Dieser bietet die Möglichkeit einer manuellen oder automatischen Kanalsuche. Der automatische Suchlauf hatte in unter einer Minute das gesamte Frequenzband abgegrast und dabei alle vorhandenen terrestische Frequenzen entdeckt. Dank des manuellen Suchlaufs können neu aufgeschaltete Frequenzen manuell hinzugefügt werden, ebenso wie für Zimmerantennen ohne Netzteil die Möglichkeit besteht, eine 5V Spannung via Koaxialkabel auszugeben.

Bevor wir das Hauptmenü nun endlich verlassen und die ersten bewegten Bilder am TV-Gerät genießen können, empfiehlt es sich, noch rasch die Kanalliste an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Dazu steht ein ansprechend und übersichtlich gestalteter Menüpunkt zur Verfügung, mit dessen Hilfe Programmeinträge verschoben, gelöscht, umbenannt, zum Überspringen markiert oder mit einem PIN-Code versehen werden können. Die Favoritenfunktion hat der Hersteller aus Übersichtlichkeitsgründen in einen eigenen Menüpunkt ausgelagert; das halten wir für eine gute Idee.

Nachdem alle Grundeinstellungen vorgenommen wurden, kann das Hauptmenü verlassen werden und der Receiver schaltet auf den ersten empfangbaren Sender. Im unteren Bereich des Bildschirms wird sofort eine übersichtliche Info-Leiste eingeblendet, die dem Anwender nicht nur den Titel der aktuellen sondern auch der folgenden Sendung verrät und zudem mit Symbolen für Teletext, Verschlüsselung, Untertitel, HD-Inhalte oder Sprachwahl aufwartet. Zwei Balken zeigen Signalqualität und Signalstärke des aktuellen Senders an und geben dem Anwender somit stets einen Überblick zur aktuellen Empfangssituation.

Ein Druck auf die Info Taste öffnet sogleich die erweiterten Programminformationen der aktuellen Sendung, während die rote Funktionstaste technische Daten zum Empfang für den Fachmann bereithält. Innovativ fanden wir die Möglichkeit, diese OSD Einblendung kurzerhand an den oberen Rand des Bildschirms zu verschieben, hierfür steht ein eigener Menüeintrag zur Verfügung. Ebenso kann der Anwender wählen, ob die Kanalliste, die wie üblich nach einem Druck auf die OK-Taste sichtbar wird, ein-, zwei- oder dreispaltig dargestellt werden soll.

Mit Hilfe der farbigen Funktionstasten an der Fernbedienung stehen eine Reihe von Funktionen direkt in ihr zur Verfügung. Mit der roten Taste wird sie auf Gruppen (Alle, Favoriten, Satelliten, Buchstaben A-Z), einzelne Provider, einzelne CAS Systeme, HD-Sender, oder terrestrische Einträge beschränkt. Die grüne Taste offenbart den erweiterten EPG des vom aktuell gewählten Sender übertragenen Programms, während die gelbe Taste zum direkten Bearbeiten der Einträge in der Kanalliste dient. Dank ihrer Hilfe können Sender ganz rasch umbenannt, gesperrt, zum Überspringen markiert oder einer der Favoritenlisten hinzugefügt werden. Schlussendlich erlaubt noch die blaue Taste das Sortieren der gesamten Einträge nach FTA/CAS, A-Z, Z-A sowie nach gesperrten und nicht gesperrten Sendern.

Selbstverständlich glänzt der neue AMIKO auch mit einer vollständigen, elektronischen Programmzeitschrift, sofern die dafür notwendigen Informationen vom Programmanbieter zur Verfügung gestellt werden. Ein Druck auf die EPG Taste aktiviert diese und offenbart dem Anwender sofort einen Überblick zum Programm von jeweils 5 Sendern. Die rote Taste mit der Gruppierfunktion, die wir schon von der Kanalliste kennen, erscheint auch in der EPG Anzeige und ermöglicht das bequeme Beschränken der Einträge z.B. auf eine Favoritenliste. Für maximal 7 Tage kann der Receiver eine vollständige Programmzeitschrift aufbereiten und da es sich um einen vollwertigen PVR-Receiver handelt, markiert die gelbe Taste den gerade gewählten Eintrag zur Timeraufnahme.

Nicht verzichten muss der Anwender im laufenden Betrieb auch auf so praktische Funktionen wie Sprachwahl, Untertitel oder NVOD Kanalwahl, die der Hersteller jeweils mittels eigener Funktionstaste an der Fernbedienung integriert hat. Ebenfalls mit nur einem Tastendruck werden die Satelliten- oder Favoritenliste aufgerufen. Eine praktische Kanalsuche mit Hilfe einer vollwertigen OSD Tastatur rundet das durchdachte Bedienkonzept des Receivers ebenso ab wie die Möglichkeit, die Videoausgangsauflösung mittels eigener Taste an der Fernbedienung im laufenden Betrieb zu verändern.

Ganz nett, aber aufgrund der immer schlechter werdenden Auflösung nicht wirklich zu gebrauchen, ist die integrierte Zoom-Funktion, die einen frei wählbaren Bildschirmausschnitt um den Faktor 2, 4, 6, 8, 12 oder 16 vergrößert. Unbedingt erwähnen möchten wir noch den sehr gut funktionierenden Teletext Decoder, denn selbst in Zeiten von Internet, Smartphone & Co erfreut sich dieses System bei vielen Anwendern immer noch großer Beliebtheit. Der Teletext kann dabei direkt über den Receiver dargestellt werden oder man bedient sich der Anzeige am TV-Gerät, die vom AMIKO STHD-8820 CICXE PVR mittels VBI Insertion versorgt wird.

Beide im AMIKO verbauten Tuner haben uns im Testlabor gut gefallen, glänzen sie doch durch hervorragende Empfangseigenschaften und zeugen somit von den hohen Qualitätsansprüchen, die Karmacom an seine Produkte stellt. Der DVB-S2 Tuner kommt problemlos mit schwächeren Signalen zurecht, die gerade mal an dessen Threshold-Schwelle kratzen. Im Test auf dem ASTRA2D 28.2E oder dem BADR 26E konnten wir das in der Redaktion eindrucksvoll unter Beweis stellen. Auch der Empfang besonders schmalbandiger Träger z.B. auf dem TURKSAT 42E gestaltete sich problemlos, selbst den wirklich harten Brocken RASD TV auf dem INTELSAT 14 45W verarbeitete der AMIKO STHD-8820 CICXE PVR problemlos. Nicht viel anders verhielt es sich beim terrestischen Empfang, auch hier ließ sich der Tuner durch den Einsatz einer kleinen, verstärkerlosen Zimmerantenne nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn das Signal ziemlich fehlerhaft und stark korrekturbedürftig war. Einziger Wehrmutstropfen: Der Receiver unterstützt leider kein DVBT2.

Keine Beanstandungen ergab auch die Signalausgabe via HDMI bzw optischem oder koaxialem Audio-Digitalausgang. Dank FullHD Unterstützung versorgte der neue Amiko Receiver unsere großen LCD und Plasma TVGeräte problemlos mit Signalen und auch unser Audioverstärker kam nicht zu kurz und konnte uns mit kristallklarem Ton begeistern. Dank der hervorragenden Umschal tgeschwindigkei t von etwa einer Sekunde zwischen Programmen auf verschiedenen DVB-S2 Transpondern machte auch das Zappen mit dem neuen AMIKO Receiver so richtig Spaß; beim Zappen innerhalb eines Transponders geht es noch eine Spur schneller. Schneller geht‘s eigentlich gar nicht mehr.

Der AMIKO STHD-8820 CICXE PVR verfügt zwar über keine integrierte Festplatte, wird aber in Verbindung mit externen Speichermedien, die via USB 2.0 verbunden werden können, zum vollwertigen PVR Receiver. Egal ob HD- oder SD-Signal, ob DVB-S/S2 oder terrestisch, problemlos zeichnet die Box alle gewünschten Eingangssignale auf, leider jedoch jeweils nur einen Sender. Sobald eine Aufnahme gestartet wurde, können zwar problemlos andere Sender live gesehen werden, auch TimeShift auf einem zweiten Sender ist möglich, eine weitere, zweite Aufnahme ist jedoch nicht vorgesehen. Das finden wir schade, denn in Anbetracht der Kombination terrestisch und DVB-S/S2 wäre es für den Anwender praktisch, zumindest zwei Sendungen gleichzeitig aufzeichnen zu können.

Entschädigt wird man jedoch durch die TimeShift Funktion und die Möglichkeit, den Inhalt des TimeShift Zwischenspeichers automatisch einer Aufnahme hinzuzufügen. So lässt sich eine Sendung auch nach deren Beginn noch vollständig aufnehmen, wenn in der Zwischenzeit kein Kanalwechsel durchgeführt wurde. Die entsprechende Option dafür steht im PVR-Bereich des Hauptmenüs zur Verfügung. Damit man zukünftig keine Folge der Lieblingssendung mehr verpasst, stehen insgesamt 8 Timerslots zur Verfügung, die auf Wunsch mit täglicher, wöchentlicher oder monatlicher Wiederholung belegt werden können. Mit der Option „record scrambled“ versucht AMIKO, ein immer wieder auftretendes, ziemlich ärgerliches Problem zu umgehen: Wer eine Sendung verschlüsselt über die PVR Funktion aufzeichnet, der kann diese nur wenige Tage wiedergeben, da der Pay-TV-Anbieter irgendwann den Entschlüsselungskey auf der Karte verändert und die Aufnahme danach wertlos ist.

Mit der Option „record scrambled off“ verhindert Amiko, dass eine Aufnahme verschlüsselt auf der Festplatte landet, dafür können während dieser Aufnahme keine weiteren verschlüsselten Sender live gesehen werden. Der Lohn dieser Einschränkung ist jedoch eine entschlüsselt auf der Festplatte abgelegte Aufnahme, die auch in Zukunft problemlos wiedergegeben werden kann.

Im Praxistest haben die PVR-Funktionen des Amiko STHD-8820 CICXE PVR bestens funktioniert, das haben wir aber auch nicht anders erwartet. Übersichtlich stellt er alle vorhanden Aufnahmen in einer eigenen Übersicht dar, in der sie auch gelöscht oder umbenannt werden können. Ohne Schwierigkeiten verlief weiters unser Versuch, das Speichermedium mit einem PC zu verbinden und dort mittels geeigneter Software aus den zuvor abgelegten Aufnahmen eine DVD zu erstellen.

Neben dem reinen Aufnehmen und Wiedergeben von TV- und Radioinhalten steht selbstverständlich auch eine MP3 Jukebox zur Verfügung, ebenso wie ein Bildbetrachter und die Möglichkeit, Videos aus dem Internet in den Formaten VOB oder TS wiederzugeben die Multimedia-Features abrunden. DivX beherrscht der STHD-8820 CICXE PVR leider nicht.

In Zeiten globaler Kommunikation via Internet ist es nur folgerichtig, dass immer mehr Hersteller ihre SetTop-Boxen mit Netzwerkzugang ausstatten. So auch Karmacom mit dem AMIKO STHD-8820 CICXE PVR, der sowohl über eine RJ45 Netzwerkbuchse verfügt als auch mit einem WiFi USB Stick betrieben werden kann, sofern dieser über einen Ralink RT5370 Chip verfügt; USB Sticks mit anderen Chips werden leider noch nicht unterstützt. Dank der integrierten DHCP Unterstützung informiert sich der Receiver vollautomatisch beim Router über IP- und DNS-Adressen, so dass der Anwender diese Informationen nicht manuell angeben muss, sehr wohl aber auch dafür die Möglichkeit besteht. Auf einen Web-Browser hat Amiko vorerst noch verzichtet, dafür ist aber ein vollwertiger FTP Client integriert. Auch die Wettervorhersage der nächsten Tage kann via Internet direkt am TV-Gerät angezeigt werden, ebenso wie die neuesten Nachrichten via RSSNewsfeed.

Abgerundet wird der umfangreiche Reigen an tollen Features des AMIKO STHD8820 CICXE PVR noch durch drei integrierte Videospiele (Snake, Tetris, Othello), die dem Anwender lästige Werbepausen versüßen sollen. Nur folgerichtig ist es, dass die Firmware des Receivers entweder via USB-Speichermedium, RS232 Anschluss oder ganz bequem via dem Internet aktualisiert werden kann. Auch überarbeitete Kanal- bzw. Transponderlisten bietet der Hersteller immer wieder auf diesem Weg an.

Praktisch fanden wir auch die Möglichkeit, die Kanalliste des Receivers auf ein USB Speichermedium abzulegen und so einerseits zu sichern und andererseits z.B. auf einen weiteren AMIKO Receiver übertragen zu können, eine Funktion, die gerade für Händler wichtig ist, die so die Kanallisten ihrer Kunden einfach und schnell updaten können.

Auch zum Thema Umweltschutz hat sich Amiko einiges überlegt und so z.B. dafür gesorgt, dass der Receiver im StandBy weniger als 0.5W benötigt. Der Preis für diese Ersparnis sind allerdings eine vollkommen abgedunkelte Front ohne Uhrzeit und die Tatsache, dass der Receiver einige Sekunden benötigt, bis er wieder einsatzbereit ist. Wem dies zu lange dauert, der kann im Menü den sogenannten „Fake Standby“ aktivieren, dieser bietet zwar keine Energieersparnis, aktiviert den Receiver aber dafür innerhalb eines Augenblicks. Auch die Uhrzeitanzeige im StandBy lässt sich via Hauptmenü hinzuschalten, erhöht jedoch den Stromverbrauch auf ca. 2W.

Der AMIKO STHD-8820 CICXE PVR bietet sämtliche Features eines modernen Receivers und ist dank der beiden Tuner für Satellit und Terrestrik in der Lage, alle am Empfangsort zur Verfügung stehenden Programme in bester HDQualität zu empfangen. Da er sogar die Antennenkonfiguration selbständig erkennen kann, macht es riesigen Spaß, mit dem Gerät zu arbeiten. Seine beiden sehr empfindlichen Tuner holen alles heraus, was die Empfangsanlage des Benutzers bietet.

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